Unsere Wurzeln

Die Geschichte der Evangelischen Täufergemeinden (ETG) begann in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts in der Schweiz, wo Samuel Heinrich Fröhlich, ein Pfarrvikar im Aargau, insbesondere bei der Lehre der Taufe von der Amtskirche abwich und die Bedeutung der Taufe als Folge des Glaubens predigte, die also nicht an kleinen Kindern vollzogen werden dürfe, sondern erst durch eine bewusste Entscheidung dafür. Er sprach dieser Glaubenstaufe eine heilsrelevante Bedeutung zu. Insofern ähneln unsere Wurzeln denen von anderen früheren Täuferbewegungen in Europa und begründen unser täuferisches Erbe.

Über Migration kam die Lehre Fröhlichs auch nach Ludwigsburg, wo 1910 eine Täufergemeinde gegründet wurde. Überhaupt wurde Migration fester Bestandteil der Geschichte der ETG Ludwigsburg. Besonders die ersten Jahrzehnte nach dem zweiten Weltkrieg brachten viele Geflüchtete aus Osteuropa nach Ludwigsburg und auch in die Gemeinde, die durch sie nicht immer spannungsfrei, aber dennoch stark geprägt wurde. Der Mauerfall und der Öffnung der Grenzen Osteuropas seit 1989 sowie die jüngeren Flucht- und Migrationsbewegungen veränderten ebenfalls das Gesicht unserer Gemeinde, so dass sie kulturell immer vielfältiger wurde. Diejenigen, die aus Ludwigsburg weiterzogen, gründeten teils sogar neue Gemeinden oder verstärkten bestehende.

Für die weitere theologische Entwicklung maßgeblich war neben dem Einfluss der zugewanderten Menschen zum einen 1984 der Beitritt zu unserem Dachverband „Bund ETG“ als Gründungsmitglied, dem noch zahlreiche andere ETG-Gemeinden hauptsächlich aus der Schweiz und dem süddeutschen Raum angehören. Gemeinsame Schulungen, Tagungen, die gegenseitige Unterstützung im Predigtdienst sowie persönliche Kontakte befördern eine ähnliche Entwicklung in der Theologie. Seit den 90er Jahren wird zudem verstärkt auf die Kooperation mit christlichen Gemeinden in Ludwigsburg unter dem Dach der Evangelischen Allianz („Gemeinsam für Ludwigsburg“) gesetzt. Dies erlaubt nicht nur in theologischer Hinsicht einen Blick „über den Tellerrand“, wenn gemeinsame Veranstaltungen und Aktionen geplant werden. Darüber hinaus besteht seit kürzerem ein Gaststatus bei der „Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen“ (ACK).

Die Notwendigkeit der Verkündigung des Evangeliums weltweit gehört ebenfalls zu unserem Glaubensverständnis (s.u.). 1963 wurde dazu der Evangelische Missionsdienst (EMD) in Ludwigsburg gegründet. Er ist das Missionswerk des Bundes ETG, was aber nicht bedeutet, dass er exklusiv die Missionsarbeit der ETG verkörpert. Neben dem EMD gibt es noch weitere Missionswerke, zu denen die Gemeinde Ludwigsburg, aber auch andere ETG-Gemeinden enge Kontakte haben, z.B. die Kontaktmission.

Die „Genossenschaft Hilfe“ ist das sozial-diakonische Werk des Bundes ETG, das sich um vornehmlich materielle Notlagen und Bedarfe aller Art kümmert.

Daneben werden noch zwei Freizeitheime betrieben, das „Credo“ (Schloss Unspunnen) in der Schweiz und die „Lindenwiese“ am Bodensee.